Mehr als 65 Wallfahrer:innen machten sich am Sonntag, 20. September 2026, auf den Weg nach Pottenstein. Es war die dritte und letzte Wallfahrt des Mariazeller Prozessionsvereins im 140. Jahr des Bestehens des Vereins. Geistlicher Leiter war Diakon Michael Niemeck, der gemeinsam mit dem zweiten Diakon im Verein, Roman Temper, die Wallfahrer:innen begleitete.

Der Abschluss der Wallfahrt war eine Andacht in der Kirche am Mariahilfberg. Diakon Michael Niemeck stand der Feier vor und Diakon Roman Temper hatte die Predigt übernommen. In seiner Predigt erinnerte Roman Temper daran, dass Pilgerschaft bedeutet, sich immer wieder auf den Weg zu machen und Gottes Führung zu vertrauen, auch wenn seine Wege anders verlaufen als unsere eigenen Pläne. "Am Beispiel von Franz von Assisi, dessen 800. Todestages wir heuer gedenken, der Gottesmutter Maria und der 140jährigen Pilgertradition unseres Vereines zeigt sich, dass wahre Begegnung, Freude und Gnade dort geschehen, wo Menschen sich aufmachen und offen sind für Gottes Großzügigkeit, die nicht nach unseren Verdiensten fragt", so Diakon Roman Temper.

Erste Station war traditionell das "Simmeringer Kreuz", das die Simmeringer Wallfahrer 1888 bei Ödlitz errichtet worden war aus Dankbarkeit dafür, dass die Wallfahrergruppe an dieser Stelle vor der damals in Pottenstein grassierenden Cholera gewarnt worden war. Mit einem Gebet gedachten die Wallfahrer:innen dieser Geschichte und beteten gemeinsam für alle, die Sorgen haben. Erstmals intonierten Mitglieder der Schwechater Stadtmusik mit ihren Instrumenten die Lieder.
Von Pfarrer Br. Raphael Peterle Sam. FLUHM wurden die zu Fuß nach Pottenstein pilgernden Wallfahrer:innen mit Glockengeläute der Wallfahrtskirche "Maria Trost im Elend" empfangen. Gemeinsam mit der Pfarrgemeinde feierten die Wallfahrer:innen die Sonntagsmesse. Am Schluss gratulierten Obmann Johann Kasehs dem Pfarrer zum Ersten Platz beim Predigt-Contest "Starke Worte des Glaubens" der Erzdiözese Wien, den er mit seiner Osterpredigt 2026 erreichte. (https://www.erzdioezese-wien.at/140583/predigt-contest-2026-auszeichnung-fuer-starke-worte-des-glaubens)

Nach einem guten Mittagessen kamen die Wallfahrer:innen zum Mariahilfberg, wo in alter Tradition der Kreuzweg im Wald gebetet wurde. Zu den Klängen der Instrumente der Schwechater Stadtkapelle gingen die Pilger:innen und gedachten des Kreuzweges Jesu, der in der 15. Station, der Auferstehung endete. Die 15. Station wurde von den beiden Diakonen auch durch den Wechsel der Stola symbolisiert: von violett, der Fabe der Besinnung, zu weiß, der Farbe der Freude. "Dieser Kreuzweg zählt zu den schönsten, die ich kenne" oder "Es ist einfach wunderschön, so betend zu gehen" sind nur zwei Reaktionen der Pilger:innen an diesem strahlenden Herbsttag.
In seinen Abschlussworten bedankte sich Obmann Johann Kasehs bei den Diakonen für die geistliche Begleitung und vor allem bei der Schwechater Stadtmusik unter Leitung von Michael Schippani, für die musikalische Begleitung der Jubiläumswallfahrt. "Und ich freue mich schon auf die nächsten Wallfahrten im 141. Jahr des Bestehens unseres Vereins", so Obmann Johann Kasehs.
Weitere Bilder zu den Jubiläumswallfahrten im Bilderalbum...
140 Jahre Wallfahrt nach Mariazell






