Für Oskar Strauss endet eine besondere Zeit, denn vor vier Jahren begann er die Ausbildung zum ehrenamtlichen Diakon. Zwar hat er sein ganzes Leben immer wieder Bedürftigen geholfen, mit der Aktion "Kinder backen für Kinder" in seiner Backstube oder als Präsident des Lios-Clubs Hofburg Wien I mit den Benefizkonzerten des Primuschores der Wiener Sängerknaben, jetzt wird er das als ehrenamtlicher Diakon in der Pfarre Altsimmering machen. "Ein besonderer Schwerpunkt meiner Tätigkeit wird die Caritasarbeit sein. Die Leitung des Altsimmeringer Nachmahls durfte ich bereits übernehmen", schildert er im Gespräch. Sein Engagement war auch in der Wärmestube gefragt. Aber es gibt noch mehr Arbeit für Strauss, denn " ich begleite pflegebedürftige Menschen im Pflegeheim Dittmanngasse sowie im Pflegeheim der Diakonie in der Erdbergstraße", erzählt er.

Zu den klassischen Aufgaben eines Diakons gehören Taufen, Trauungen, Wort-Gottes-Feiern und Begräbnisse. Bei dieser Aufzählung betont Oskar Strauss: "Besonders wichtig ist mir dabei die persönliche Begleitung von Menschen in den unterschiedlichen Situationen ihres Lebens, denn Kirche soll dort erfahrbar werden, wo Menschen Hoffnung, Orientierung und Gemeinschaft suchen, sei es in Zeiten der Freude oder des Leids. Der Dienst des Diakons erinnert mich täglich daran, dass christliche Berufung immer mit konkreter Nächstenliebe verbunden ist", erklärt Oskar Strauss seinen diakonalen Zugang.

Die Ausbildungszeit liegt wenige Wochen vor der Diakonenweihe im Stephansdom am 10. Oktober 2026, schon hinter ihm. Dabei sei die Diakonenweihe nicht das Ende der Ausbildungszeit, "sondern vielmehr ein Startpunkt. Bei der Weihe verspreche ich Gott und der Kirche offiziell, mein soziales Engagement und meinen Dienst an den Menschen fortzusetzen", betont er. Die vier Jahre der Ausbildung seien vor allem dazu wichtig gewesen, den Glauben zu vertiefen, theologisches Wissen erwerben "und vor allem lernen, aufmerksamer auf Gottes Wirken im Alltag zu hören und zu schauen. Die Ausbildung hat mich menschlich und geistlich geprägt, meinen Blick für die Sorgen, Hoffnungen und Bedürfnisse anderer Menschen geschärft und mich in der Überzeugung bestärkt, dass Gott mich auf diesen Weg gerufen hat", sagt er.
Obwohl Gott schon vor Beginn der Ausbildung ein wichtiger Bestandteil seines Lebens gewesen sei, habe die Zeit der Vorbereitung auf die Diakonenweihe die Beziehung zu ihm deutlich vertieft und auf ein noch tragfähigeres Fundament gestellt: "Viele Begegnungen, Gespräche und spirituelle Erfahrungen haben meinen Glauben reifen lassen. Gleichzeitig durfte ich erleben, dass die Ausbildung eine starke Bestätigung jener Berufung war, die ich auf einer Wallfahrt nach Assisi erstmals deutlich verspürt habe", erzählt Oskar Strauss.
Im Blick auf seine Aufgaben als Diakon sei ihm eine verständliche und lebensnahe Verkündigung. "Mein Vorsatz ist es, Predigten so zu gestalten, dass die Menschen darin etwas für ihren eigenen Alltag entdecken können und spüren, dass Gottes Wort auch heute noch relevant ist. Wenn jemand nach dem Gottesdienst sagen kann: 'Damit kann ich etwas anfangen', dann habe ich mein Ziel erreicht", betont Oskar Strauss.
Diakonweihe
Am Samstag, 10. Oktober 2026, 15:00 Uhr, wird Erzbischof Josef Grünwidl im Stephansdom elf Männer zu Diakonen weihen.
Amtseinführung in Altsimmering
Am Sonntag, 18. Oktober, 10.00 Uhr findet in der Pfarre Altsimmering - St. Laurenz statt.
An diesem Sonntag entfällt die Messe in St. Josef.
Oskar Strauss Ist selbstständig, hat zwei Kinder und ein Enkelkind. Pfarrlicher Schwerpunkt in der Pfarre Alt Simmering; Caritasarbeit
Lieblingsbibelstelle: Hochzeit zu Kana (Joh 2,5)
Lieblingsheiliger: Hl. Franziskus v. Assisi
Wovon ist meine Spiritualität geprägt? Ich begegne Gott besonders dort, wo Menschen gemeinsam essen, reden und einander als gleichwertig erleben.
Welche Armut macht mich besonders betroffen? Mich macht es nachdenklich und betrübt, dass Armut bei uns im reichen Wien Realität ist und Menschen unmittelbar betrifft.
Was sind die Herausforderungen für die Kirche von heute? Was lehrt die Kirche? Lebt sie, was sie sagt?
"Ich bin bereit" - Zulassung zur Diakonenweihe
Karfreitag ist ein Tag der großen Liebe







