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Ein religiöser Rappel?
© Georg Radlmair

Der Blick auf das Leben des Heiligen Laurentius sei bei aller Bewunderung über das Wirken des Heiligen eine Reflexion auf das eigene Leben als Christ:in, betonte Pfarrer Christian Maresch am Sonntag, 9. August, beim Patroziniumsfest der Pfarre Altsimmering. Aber auch die grausamen Christenverfolgungen seien heute vorhanden.

Der Kirchenpatron der Pfarre Altsimmering, der Heilige Laurentius, stand am Sonntag, 9. August 2026, im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Christian Maresch. Dabei erzählte der Pfarrer aber nicht das leuchtende Beispiel des Heiligen, der für die Armen in Rom eingestanden ist und dafür von Kaiser Valerian getötet wurde, sondern stellte den Heiligen als eine Reflexion auf das eigene Leben als Christ:in vor.

Ein Gespräch, das zu denken gab
© Georg Radlmair

Zum Einstieg erzählte Pfarrer Maresch eine Begebenheit, die ihm zu denken gegeben habe: "Vor einigen Wochen hatte ich ein interessantes Gespräch. Ein Freund erzählte mir, dass ihm ein gemeinsamer Bekannter eine Whatsapp-Nachricht geschickt hatte, die mit dem Satz 'Jesus ist auferstanden. Halleluja' geendet hatte. Und so fragte mich mein Freund: Sag mal ist der XX ganz deppat geworden, hat der eine religiösen Rappel bekommen, dass er so was schreibt? Ich erwiderte darauf: Ich schreib dir das ja auch immer. Worauf mein Freund zu mir sagte: 'Ja, du bist ja da Pfarrer, der muss das schreiben, das ist ja der Job vom Pfarrer'." Der Pfarrer stellte sich die Frage, ob der Christliche Glaube ein Job und das Gebet ein Job sei. In Österreich würden sich viele als gläubige Christen bezeichnen, aber alles habe seine Grenzen: "Zweimal im Jahr vielleicht einen Gottesdienst besuchen, zur Taufe und zum Begräbnis vielleicht in die Kirche und gelegentlich einen gehörten Satz aus der Bibel zitieren. Ist das gelebter Glaube? Wenn heute jemand regelmäßig am Sonntag zum Gottesdienst geht, in der Pfarre mitarbeitet, die Bibel täglich liest, dann gilt er in unserer Gesellschaft sehr schnell als religiöse Fanatiker als einer bei dem nicht alles stimmt", so Pfarrer Maresch. Und er zieht den Schluss, das sei "das Umfeld in dem wir heute in Europa leben."

Christenverfolgung - damals und heute

In seiner Predigt zeigte er sich - im Blick auf die Zeit des Heiligen Laurentius - entsetzt, dass es auch heute Christen gibt, die wegen ihres Glaubens benachteiligt, verfolgt und auch grausam ermordet werden. "Es sind Menschen, die einfach nur ihren Glauben leben wollen, das Evangelium ernst nehmen. Und da sehen wir, dass sich eigentlich seit der Zeit, in der der Heilige Laurentius gelebt hat, nicht viel verändert hat. Damals gab es die grausame Christenverfolgung unter Kaiser Valerian, heute grausame Christenverfolgungen unter ... - jetzt könnte ich viele Namen nennen", so der Altsimmeringer Pfarrer. Und er hält die Zeitschrift "Christen in Not" hoch und zitiert daraus, wo heute im Jahr 2026 Christen verfolgt werden: "Nigeria - islamischer Terror trifft christliche Dörfer. Vietnan - evangelischer 68jähirger Pastor verhaftet wegen Einsatz für religiöse Minderheiten. Mosambik - Bischof Osorio, 54 Jahre alt, in seinem Haus erschossen, wegen seines Einsatzes für die Armen in seinem Land. Kongo - 17 Christen von islamischen Terroristen ermordet, danach christliche Dörfer angezündet. Nicaragua - Präsident Daniel Ortega geht brutal gegen die katholische Kirche vor, will christlichen Glauben im ganzen Land abschaffen. Nordkorea - Christen und Christinnen öffentlich hingerichtet, nur wegen Besitz der Bibel. Ich könnte diese Liste jetzt noch lange sehr lange fortsetzten und es ist nur ein Auszug aus einem Monatsheft Juli 2026", so Pfarrer Maresch. 

Bewusst auf eigenes Leben blicken

Diese Schlagzeilen würden zeigen, dass sich die Geschichte des Heilige Laurentius, sein grausamer Tod im Feuer, keine Legende ist, die sich vor 2000 Jahren weit weg von uns abgespielt habe. "Nein, die Laurentiusgeschichte wiederholt sich Tag für Tag unzählige Male. Gerade mit diesem Wissen sollten wir bewusst auf unser eigenes christliches Leben blicken. Wie lebe ich das Evangelium in meinem Alltag? Hat das Wort Gottes Platz in meinem Herzen und ist mein Herz offen für das Wort Gottes und für Gottes Liebe?", regt der Pfarrer der Pfarrkirche St. Laurenz die Gemeinde zum Nachdenken an und zieht als Fazit in seiner Predigt am Patrozinium: "Die Lebensgeschichte des Heiligen Laurentius ist heute im Jahr 2026 noch immer höchst aktuell. Den vielen Menschen, die so grausam verfolgt werden, gibt gerade dieses Wort Gottes, das uns in jedem Gottesdienst zugesagt wird, Kraft und Mut, damit sie ihren christlichen Glauben leben und bekennen können."





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