Ganz herzlich begrüßte der Obmann des Mariazeller Prozessionsvereins in Simmering, Johann Kasehs, die Festgäste zum 140-Jahr-Jubiläum des Vereins am Hochfest Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 2026, in der vollen Pfarrkirche St. Laurenz: "Es war der 23. Mai 1886, als der Verein gegründet wurde, das ist schon etwas zum Nachdenken, dass es diesen Verein so lange gibt und sicher noch lange weitergehen wird", so der Obmann.
In seiner Predigt ging der Altsimmeringer Pfarrer, der gleichzeitig geistlicher Leiter des Vereins ist, auf die aktuelle politische Situation in der Welt ein. "Die Friedenspolitik scheint am Ende zu sein. Und in dieser unsicheren Situation hören wir heute am Fest Christi Himmelfahrt im Evangelium die Worte Jesu: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf Erden. Was heißt das? Macht? Wenn wir auf dieses Wort von Jesus vertrauen, auf seine Vollmacht, wenn wir glauben, dass Jesus der gekreuzigte Christus, der Herr der Welt ist, dann werde wir auch begreifen, dass es hier um eine ganz andere Macht, eine ganz andere Herrschaft geht, als das, was die Machthaber und Kriegsherren dieser Welt verstehen", so Pfarrer Christian Maresch. Aber das bedeute nicht, dass sich Christ:innen völlig aus der Politk und dem Weltgeschehen heraushalten sollen. Jesus habe sich auch nicht aus dem Leid der Menschen herausgehalten, "sondern er stellte sich mitten hinein in dieses Leid, in diese Not", betonte Pfarrer Maresch.
Das Leben Jesu zeige, dass mit Gewalt Menschen unterdrückt werden können, "aber man kann sie nie damit gewinnen, denn das geht nur durch selbstlose Liebe. Und so ist es für die Christen entscheidend wichtig, dass Gott diesen Jesus - der in den Augen der Menschen gescheitert und untergegangen war - zum Herrn und König der Welt und der Geschichte gemacht hat. das meint die Kirche, wenn sie von der Himmelfahrt Christi spricht. Am Kreuz begann die Verherrlichung Jesu, die ihren Höhepunkt in der Auferstehung und der Himmelfahrt hat. Das Fest Christi Himmelfahrt führt uns klar vor Augen, dass die Liebe Christi nun für immer in der Welt bleibt bis ans Ende von Raum und Zeit", so der Altsimmeringer Pfarrer.
"Das heutige Fest Christi Himmelfahrt ist kein Fest der Vergangenheit, sondern ein Zeichen, das uns im Namen Jesu Christi zum Dienst an der Zukunft der Menschen und an der Vollendung der Welt aufruft. Wir als Christ:innen sind zu diesem Dienst aufgefordert. Gerade der Raum der Kirche und ihrer Gruppen, Vereine und Verbindungen ist uns da eine große Hilfe diesen Glauben im Alltag zu leben. Der Mariazellerverein hier in Simmering soll so eine Hilfe sein, eine große Gemeinschaft von mehreren hundert Menschen. Es ist eine Gemeinschaft, die sich mit Hilfe der Gottesmutter Maria auf den Weg macht, Jesus in Liebe nachzufolgen. Es ist eine Gemeinschaft, die ihren Mitgliedern eine geistliche Heimat schenkt und bietet. Drei Mal im Jahr eine Wallfahrt zu ganz besonderen Gottesdienststellen in der Nähe von Wien, Pottenstein und St. Corona und natürlich der Höhepunkt jedes Jahres, mitten im Sommer, eine Wallfahrt zur Gnadenmutter von Mariazell, dem bedeutendsten und größten Wallfahrtsort von Österreich. Dazu gibt es immer wieder in Simmering geistige und spirituelle Angebote des Vereins. So kann man bei allem gesellschaftlichen Wandel, der auch vor unserem Bezirk Simmering nicht Halt gemacht hat, mit Recht sagen, dass der Mariazellerverein eine große Bereicherung für unseren Bezirk ist", betonte Pfarrer Christian Maresch.
In Simmering werde viel gebetet, gewallfahrtet, aber auch werden viele Feste gefeiert und da sei der Mariazellerverein keine Ausnahme. "Messe feiern, auf Wallfahrt fahren und Feste feiern, dadurch wird unser Leben bereichert", daran erinnerte Pfarrer Maresch.
Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Obmann Johann Kasehs nochmals für die neue Vereinskerze, die bei jedem Gottesdienst in der Kirche entzündet wird, bei Christiana Riedl, die sie gestaltet hat. Auch bei Chor und Orchester des Ensemble Altsimmering mit den Solistinnen Katrin Auzinger, Nelli Goncharuk, an der Orgel Alexander Wurm unter Dirigentin Doris Radlmair bedankten sich Obmann und Pfarrer herzlich für die Gestaltung des Festgottesdienstes. Es erklang die von Joseph Haydn mit 17 Jahren komponierte, Missa brevis "Jugendmesse"; Hob. XXII,1.
Mit der Pfarrgemeinde feierte der Altsimmeringer Pfarrer und Dechant von Simmering, Christian Maresch, der Pfarrer von Kaiserebersdorf, Pavel Povazan, der Pfarrer der göttlichen Liebe, P. Jan Soroka CR, Kaplan Anton Istuk und die Diakone Franz Schramml, Michael Niemek, Roman Temper, Helmut Hüttl und Alfred Zimmel mit fast allen Ministranten aus Altsimmering.






