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"Priester sein ist Berufung"
© Josef Pannagl

In der Pfarrkirche St. Laurenz wurde am Freitag, 27. Juni 2014, das Altsimmeringer Priesterfest anlässlich dreier Priesterjubiläen gefeiert: 60 Jahre Msgr. Franz Merschl, 40 Jahre Joe Farrugia, 20 Jahre Christian Maresch. Am Herz Jesu Fest waren viele Simmeringer zusammengekommen um gemeinsam Gott Dank zu sagen für 120 Jahre priesterliches Wirken.

Beim Festgottesdienst in der vollen Altsimmeringer Pfarrkirche waren neben den drei Priesterjubilaren auch der Pfarrer von Kaiserebersdorf, Pavel Povacan, der ehemalige Kaplan Willi Müller, Kaplan Helmut Klauninger und Diakon Franz Schramml da.

Hier finden Sie eine Bildergallerie zum Priesterfest 2014.

© Josef Pannagl
Mit einer kurze Rede gratulierte Bezirksvorsteherin Renate Angerer den drei Priesterjubilaren in Altsimmering.

Auch die Simmeringer Bezirksvorsteherin Renate Angerer war zum Gottesdienst gekommen und gratulierte den Jubilaren gleich zu Beginn des Gottesdienstes. "Christian Maresch ist der Hirte in der Gemeinde und in Simmering. Priestersein ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Es ist ein Gefühl für Menschen und besondere Situationen", so Renate Angerer. Leider sei Kirche und Glaube ein wenig in Vergessenheit geraten, da wünsche sie sich, dass Glaube ein bisschen mehr gelebt werde. Abschließend sagte sie: "Ich wünsche allen Jubilaren alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen und die Muttergottes möge auf uns alle herunter schauen und ein wachsames Auge auf uns haben."

Beim Gottesdienst wurde vom Ensemble Altsimmering die Kritzendorfer Jazzmesse unter Leitung von Doris Radlmair gesungen und Diakon Franz Schramml hielt die Predigt, die wir hier wörtlich wiedergeben:

Werte Jubilare! Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus geht in vielen seiner Beispiele auf die landwirtschaft-lichen Verhältnisse seiner Zuhörer ein. Und wenn Jesus von einem Joch erzählt hat, wussten alle Zuhörer sofort, was damit gemeint ist. Wenn ich dieses Bibelwort heute in der Schule erzählen würde, müsste ich erst genau erklären, was ein Joch ist und wozu man es brauchen kann.

Die Feldarbeit mit dem Joch war für Tier und Mensch sehr mühsam. Der Arbeiter beugte sich mit dem ganzen Gewicht seines Oberkörpers auf den Pflug, wobei durch die Hebelwirkung  das Joch mit den Köpfen der Ochsen hochgezogen wurde. Meistens wurde zuerst gepflügt und dann gesät, manchmal auch umgekehrt. Auf jeden Fall war das Pflügen mit dem Joch sehr, sehr mühsam, für den Bauern, aber noch mehr für die Ochsen.

Und da drängt sich für mich der Vergleich zwischen dem Joch der Ochsen und dem oftmaligen Joch unseres Lebens heute auf. Ist es nicht in unserem Leben auch manchmal sehr, sehr mühsam? An Lasten ist kein Mangel. Wer von uns hat nicht sein „Päckchen“ zu tragen? Beim einen ist es die Last der Verantwortung, beim anderen die Last einer Enttäuschung. Sei es die Last der Arbeitslosigkeit, die Einsamkeit, die Sorge um die Kinder, die Angst vor der Zukunft, eine Krankheit, die uns plagt  oder gar der Tod eines geliebten Menschen. Wer von uns hat nicht irgendeine Last zu tragen, wem drückt nicht ein Joch? Manchmal ist es auch unsere Kirche, die für den einen oder  anderen  ein Joch ist. Viele von uns drückt auch das Joch und die Sorge um die Zukunft unserer Kirche. Wie wird es weitergehen? Die Frage der Priesterberufungen, die vielen Austritte, die oft fehlenden Jugendlichen, die Diskussion um die „Pfarre neu“  usw.    

Ein kleiner geschichtlicher Rückblick
© Josef Pannagl
Drei Priesterjubilare in Altsimmering im Rückblick der Predigt.

So möchte ich euch und Sie  zu einem kleinen geschichtlichen Rückblick einladen: Am 29.Juni 1954, zum Fest Peter und Paul, wurdest du, Chef zum Priester geweiht. Am 5.Oktober 1962, acht Jahre später,  hat Papst Johannes XXIII das Zweite Vatikanische Konzil einberufen. Der vorerst wichtigste Begriff war das italienische Wort „aggiornamento“, was so viel bedeutet wie „auf den heutigen Stand bringen“. Eine Veränderung der Kirche aus der Kontinuität heraus war angesagt. Kein Stein sollte auf dem anderen bleiben …

In den Jahren nach dem Konzil von 1965 bis  1974 hatte die Pfarre Altsimmering eine ziemlich schwierige Zeit durchzustehen. Zwei gewöhnungsbedürftig, schwierige „Pfarrherrn“ hatten große Probleme mit der damaligen Pfarrgemeinde von Altsimmering, und umgekehrt. Aber die damals schon sehr reife am Konzil orientierte Pfarrgemeinde von Alt-Simmering wusste, was oder wen sie wollte oder nicht wollte. Herr Franz Schlosser war damals einer der engagiertesten Mitstreiter im inneren Widerstand. Mit einem Wort die Pfarre Alt-Simmering musste diese zehn Jahre einen entbehrungsreichen „Weg durch die Wüste“ gehen. Viele Menschen gingen woanders zur Messe oder waren überhaupt sehr schnell fort.

Aber im September 74 war das „Gelobte Land“ sichtbar, als Kardinal Franz König, der maßgeblichen Anteil an den Ergebnissen des Konzils hatte, für seine Alt-Simmeringer Schafe einen bewährten Hirten aus Kirchschlag, Franz Merschl,  nach Alt-Simmering entsandte und ihm einen zwar kleinen, aber mit allen Wassern gewaschenen maltesischen Kaplan zur Seite stellte, der kurz vorher zum Priester geweiht worden war.

Ein Festtag zum Danke sagen

Und so erinnern uns die Textstellen des heutigen Festes daran, dass auch wir dazu eingeladen sind Verbeultes, Schlechtes und Unvollkommenes in unserer Pfarrgemeinde zu verbessern:

Es ist natürlich vieles in unserer Pfarrgemeinde nicht optimal und  Joche in der Pfarre könnten zum Beispiel sein, dass oft

  • Konflikte nicht ehrlich ausgetragen werden,
  • schlecht hinterrucks über andere geredet wird,
  • dass einige von uns unbedingt wichtig und mächtig sein wollen.
  • manchmal zwei wichtige Pfarrveranstaltungen  am gleichen Tag angesetzt werden und sich so konkurrenzieren
  • dass von manchen alles und jedes in der Pfarre dauernd kritisiert wird, anstelle  das viele Gute, das passiert, auch zu  sehen und zu würdigen.

Vielleicht sollten wir versuchen ein bisschen mehr demütig zu sein, das wird uns allen nicht schaden, vielleicht manchmal unseren Schwerpunkt ein bisschen mehr auf das WIR und weniger auf das ICH zu legen.

Priester, Pfarrer, Vorsteher einer Gemeinde  zu sein ist einerseits nicht einfach und andererseits für jede Pfarrgemeinde etwas sehr wichtiges. Jede und jeder von uns hat schon von Priestern und Pfarrern gehört oder sie persönlich kennengelernt, die ihrer Gemeinde nicht gut getan haben, sie gespalten haben, sie sukzessive kaputt gemacht haben.

Dieser heutige Tag dient auch dazu für  euch drei , liebe Jubilare, dem lieben Gott DANKE dafür zu sagen, dass er, bzw. als sein Werkzeug der jeweilige Kardinal, gerade euch als Priester zu uns geschickt hat. So ist jeder einzelne von euch einer von uns, der als Vorsteher, als Vornestehender der jeweiligen Pfarrgemeinde vorangeht, bzw. vorangegangen ist. Und so sind wir, so glaube ich, und ich sage das  nicht ohne Stolz  - besonders durch euch -  eine Pfarrgemeinde geworden, die im Heute (im Aggiornamento) lebt und handelt und das wollen wir auch bleiben.

Unsere Lasten und  unser Joch werden dadurch nicht verschwinden, das gewiss nicht, aber ich denke, sie tragen sich vielleicht ein bisschen leichter, wenn man oder frau in einer guten Pfarrgemeinde zu Hause ist. Und das gibt Hoffnung. Ich lade Sie und euch ein: Legen wir jetzt in der Eucharistiefeier unser Joch auf den Tisch des Herrn.

In diesem Sinne: Viel Segen Gottes und Alles Gute zu eurem 60/40 und 20 jährigem Weihetag. Amen.



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heute am 8. August:
Dominik, Cyriak, Elgar

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