In der Kirche gebe es keine privaten Berufungen, betonte Erzbischof Grünwidl in seinen Predigtworten: "Jede Berufung ist eine Berufung hinein in die Gemeinschaft der Kirche." So sei es neben dem Dienst am Wort und dem Dienst am Altar der Dienst an den Menschen, insbesondere an den Armen, der das Diakon-Sein ausmache, betonte der Erzbischof.
Diakon sein "ist keine Stellung über den sogenannten Laien", denn die Besonderheit sei die innere Haltung des Diakons, die an Jesus Christus immer neu Maß nehme, richtete der Erzbischof auch mahnende Worte an die neuen Diakone.

Früher habe man Diakone als das "Auge des Bischofs", manchmal sogar als "Auge Gottes" bezeichnet, weil der Diakon mitten in der Welt lebe, sagte Josef Grünwidl mit Blick auf die neun verheirateten und zwei zölibatär lebenden Männer. "Viele von euch sind Familienväter, haben Kinder, ihr seid im Berufsleben. Ihr kennt die Fragen und Sorgen der Menschen, ihr seid nahe dran." So könnten auch sie das Bischofsauge Gottes sein, "weil ihr die Menschen seht und ihre Sorgen, weil ihr an die Ränder gehen könnt".

Eine zentrale Komponente des Diakonats sei die Freundschaft mit Christus. "Und Jesus Christus zum Freund zu haben, bedeutet auch, mit seinen Freunden verbunden zu sein. Und wir wissen alle: Die Freunde Jesu, das waren vor allem die Armen, die Verachteten, die Kleinen, die man leicht übersieht", so Grünwidl. Er forderte die Männer auf, sich an diesem Maßstab Jesu zu orientieren und auch außerhalb der Kirche nach Freunden zu suchen. "Geht an die Ränder und fragt euch immer wieder: Wie viele Freunde habe ich unter den Armen und Verachteten?", so der Auftrag des Erzbischofs. "Dann kann Wirklichkeit werden, was Jesus seinen Freunden im Evangelium verspricht. Wir sollen Frucht bringen und unsere Frucht soll bleiben." Wichtig sei, dass jemanden kennen hänge eng mit lieben zusammen, denn "Ihr als Diakone könnt die in Jesus menschgewordene Liebe Gottes des Vaters erfahrbar machen", gab der Erzbischof den neuen Diakonen eine wichtige Aufgabe mit.
Nach der Predigt folgte die Weihe der neuen Diakone. Ihre Bereitschaft erklärten alle elf Männer und versprachen dem Bischof in die Hand ihren Gehorsam. Höhepunkt vor der Handauflegung war die Frage nach Bereitschaft das "eigene Leben nach dem Beispiel Christi, dessen Leib und Blut dir zur Ausspendung anvertraut wird, ständig neu zu gestalten?“ Alle elf antworteten laut und deutlich "Mit Gottes Hilfe bin ich bereit!"
Eine Besonderheit in der Weiheliturgie ist auch, dass die Ehefrauen der verheirateten Diakone um ihre Zustimmung gefragt werden. "Mit Freude grüße ich die Ehefrauen der Diakone. Die Kirche hat mich gebeten eure Ehemänner zu Diakonen zu weihen. Seid ihr bereit eure Ehemänner in diesem Dienst zu unterstützen?". fragte der Erzbischof auch die Frauen, die ihre Zustimmung laut und deutlich gaben.
Am Sonntag, 18. Oktober, 10.00 Uhr findet der Festgottesdienst mit der Amtseinführung von unserem neuen Diakon Oskar Strauss in der Pfarre Altsimmering - St. Laurenz statt.
An diesem Sonntag entfällt die Messe in St. Josef.






