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"Glaube und Leben gehören zusammen"
© Georg Radlmair

Mit dem Gründonnerstagsgottesdienst beginnt der große Ostergottesdienst. "Dieses Letzte Abendmahl ist ein Fest der Befreiung, das das große Ostergeschehen einleitet, bei dem uns Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung befreit und erlöst hat", so Diakon Franz Schramml in seiner Predigt.

Am Gründonnerstagabend, 2. April 2026, kamen die Menschen in der Pfarrkirche ST. Laurenz zusammen, um gemeinsam mit Pfarrer Christian Maresch und Diakon Franz Schramml den Ostergottesdienst, der sich über drei Tage erstreckt, zu beginnen. Das Hauptthema des Gründonnerstags ist die Einsetzung der Eucharistie und die Fußwaschung, die von Renate Stingl am Seitenaltar symbolhaft dargestellt wurde mit einem Teller mit Brot, einem Kech und zwei biblischen Erzählfiguren, Jesus, der Petrus die Füße waschen will und dazu dessen Schuhbänder löst.

In seiner Predigt ging Diakon Franz Schramml auf die biblischen Themen ein, die an diesem Tag vorgetragen wurden.

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"Gott ist nicht nur ein 'lieber Gott', sondern mutet jedem von uns immer wieder ganz schön viel zu."

Das Letzte Abendmahl sei ein Fest der Befreiung, das das große Ostergeschehen einleite, bei dem Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung die Menschen befreit und erlöst habe, so der Diakon. "Die Parallelen zwischen den Berichten über das Paschafest und das Letzte Abendmahl sind unübersehbar: Die Nacht der heraufziehenden Angst. Dabei so glaube ich, ist unser Gott nicht nur ein 'lieber Gott', wie wir es manchmal gerne unseren Kindern und Enkelkindern sagen, sondern einer, der einem jeden von uns immer wieder ganz schön viel zumutet, an Not, Enttäuschung und Verzweiflung. Wer von uns hat nicht schon manchmal an Gott auch gezweifelt, wenn er oder sie in seinem Leben einmal ganz am Boden zerstört gewesen ist? Genau wie die Juden nach der Befreiung gehen auch wir oft einen harten Weg durch die Wüste, genau wie Jesus am Ölberg kennen auch wir Angstsituationen in unserem Leben", predigt Diakon Schramml, der dabei auch nicht die Krisen der vergangenen Jahre ausnimmt wie Corona, Ukrainekrieg und den Angriff Israels und Amerikas auf den Iran. All das bringe Konsequenzen für Europa mit sich, die Energiekrise, Teuerung, Inflation und mehr oder weniger eine gewisse Hoffnungslosigkeit.

"Gerade in den Zeiten, da es uns schlecht geht, in den Zeiten der Wüsten-, der Ölbergsituationen unseres Lebens, gerade da ist aber Gott bei uns und gibt uns Kraft diese Krisen unseres Lebens zu schaffen, uns im Durchgehen durch diese Leidenssituationen, daraus zu befreien, denn Gott will nicht, dass wir sagen 'man lebt halt' oder 'es geht so', er will, dass wir letztendlich das 'Leben in Fülle haben'", betont Diakon Franz Schramml.

23 Jahre Altsimmeringer Nachtmahl

Jesus habe das radikal durch die Fußwaschung vorgelebt. Und nicht einmal Petrus habe das Symbol der Fußwaschung zuerst verstanden. Denn Jesus rede nicht nur von der Liebe, vom Dienen, "sondern er tut etwas ganz Konkretes, etwas Alltägliches. Er wäscht seinen besten Freunden die Füße. Sein Leben war seine Botschaft. Einer von seinen 12 besten Freunden, Judas Iskarioth, hat beschlossen, Jesus zu verraten und auszuliefern, mit einem Zeichen der geschwisterlichen Gemeinde, mit dem Bruderkuss. Trotzdem wäscht Jesus allen Zwölf, auch dem Verräter Judas die Füße", so der Diakon, der auch auf das große Engagement der Altsimmeringer Pfarre für andere eingeht: "Wir Altsimmeringer:innen tun in diesem Sinne viel für Menschen denen es nicht so gut geht: für Sozial Schwache, für die Menschen in den Pflegeheimen, Obdachlose, Flüchtlinge, Ukrainerinnen, Menschen in Madagaskar, Alkoholiker, und einiges mehr. Bei der Beschäftigung mit dem Begriff 'Letztes Abendmahl', ist mir der Begriff 'Letztes Altsimmeringer Nachtmahl' nicht aus dem Kopf gegangen. Das Team um Gerti Dolecek und Maria Zahnt hat 23 Jahre lang fast jeden Dienstag für arme und obdachlose Menschen gekocht. Eine großartige nachhaltige Leistung. Für diese 23-jährige „Fußwaschen“ herzlichen Dank an Gerti und Maria und den vielen fleißigen Helfern und Helferinnen. Doch den engagiertesten Christen, in diesem Fall eher Christinnen geht einmal die Luft aus. So wird dieses Team mit Ende April ihre Arbeit aus gesundheitlichen Gründen und mangelnden personellen Ressourcen beenden", so der Diakon, der gleichzeitig um neue Mitarbeiter:innen für das Altsimmeringer Nachtmahl wirbt:  Einige Personen des Altsimmeringer Caritasteams bemühen sich im Mai und Juni das Abendessen für unsere jahrelangen Gäste mit neuen frischeren Köchen und Köchinnen sicher zu stellen. Ob bis zum Herbst daraus ein arbeitsfähiges Team entstanden sein wird oder ob es wirklich bald das 'Letzte Altsimmeringer Abendmahl' geben wird, wird sich weisen. Auf jeden Fall, wer dem entgegenwirken will und gerne an den Mai und Juni - Dienstagen Zeit und Kraft hat mitzukochen, soll sich bitte melden."

(gr)





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