"Es war ein starkes Zeichen, dass wir nicht alleine sind, denn viele Menschen bemühen sich Integration zu leben und Menschen zu unterstützen", zieht der Initiator der "Woche des Flüchtlings, Diakon Franz Schramml, seine Bilanz der Woche. Und er zeigt sich realistisch, was die kommende Zeit betrifft, denn "die Arbeit für Geflüchtete wird schwieriger, das ist uns allen bewusst. Und zugleich ist und ganz klar, dass wir nicht aufhören dürfen, denn es geht um Menschen", so der Diakon.

Die Gesamtzahl von 130 Teilnehmenden bei allen vier Veranstaltungen zeige, dass das Interesse am Thema vorhanden sei. "Unsere vier Veranstaltungen boten Raum für Information, Empathie und gemeinsames Nachdenken – und wir setzten damit ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität in Altsimmering", so Diakon Franz Schramml nach dem Forumtheater.
Gebet startete die Woche
Eröffnet wurde die Themenwoche in der Pfarrkirche St. Laurenz mit dem Ukrainekreuzweg, den seit vier Jahren die Pfarrgemeinde rund um den Jahrestag der russischen Okkupation am 24. Februar 2022 gemeinsam mit den Frauen des Deutschkurses in Altsimmering vorbereiten und so gemeinsam für Frieden in der Ukraine beten. Auch 2026, im vierten Jahr des Krieges bildete dieses Gebet einen nachdenklichen Einstieg in die Woche.
Im Mittelpunkt der Woche stand das Theaterstück „Dreck“ von Robert Schneider in der Filialkirche St. Josef auf der Haide. Schauspieler Jürgen Heigl schlüpfte am Sonntag, 22. Februar 2026, in die Figur des Sad – ein junger Araber, der abends Rosen verkauft, um sein Studium zu finanzieren. Dabei brachte er eindrucksvoll, ohne klischeehaft oder respektlos zu sein, den Protagonisten Sad ins Bild. Die auf die Vorstellung folgende Diskussion brachte viele Aspekte wie Angst, Fremdenfeindlichkeit und oftmals einfach Scheu, die auf beiden Seiten zu entdecken ist, nochmals deutlich zum Ausdruck. "Nach diesem eindrucksvollen Stück werden ich einem Rosenverkäufer immer freundlich begegnen", so ein Besucher der Vorstellung und der Diskussion.

Am Mittwoch, 25. Februar 2026, berichtete Petar Rosandic, Gründer der Wiener Menschenrechtsorganisation SOS Balkanroute über die Situation von Geflüchteten entlang der Balkanroute und die konkreten Hilfsmaßnahmen seiner Organisation. Seit fünf Jahren hilft Rosandic mit seiner Organisation Menschen vor Ort und machte deutlich, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement für den Schutz der Menschenwürde ist. Denn, wie ROsandic zeigte, ist Flucht immer ein lebensgefährliches Unterfangen, wie das Beispiel einer jungen Familie zeigt, die alle drei beim Versuch einen Fluss zu überqueren, ertrunken sind und an der Grenze begraben wurden. Die Veranstaltung, die gemeinsam mit den Schwestern von der Schmerzhaften Mutter organisiert wurde, bot Raum für Fragen und intensive Diskussionen.

Den Abschluss der Woche bildete ein interaktives Forumtheater am Samstag, 28. Februar 2026, im Pfarrsaal. Diese besondere Theaterform ermöglicht es dem Publikum, aktiv einzugreifen, Szenen zu verändern und Lösungsansätze auszuprobieren. Ziel ist es, soziale Realität nicht nur darzustellen, sondern gemeinsam zu reflektieren und im Idealfall zu verändern. Aus drei angebotenen Geschichten zum Thema Asyl wurde eine vom Publikum ausgewählt und von allen gemeinsam dargestellt. Unter der behutsamen Begleitung der Theatergruppe konnten alle Beteiligten die Gelegenheit nutzen, eigene Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Dadurch entstand ein lebendiger Dialog über Flucht, Integration und gesellschaftliche Verantwortung.
Die Pfarre Altsimmering kann auf eine lange Geschichte der Unterstützung von Geflüchteten zurückblicken – von den Vertriebenen nach 1945 über die Ungarn 1956, Tschechen 1968, vietnamesische Boatpeople, Rumänen 1989 bis hin zu Menschen aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawiens sowie den Geflüchteten der Jahre 2015/16 und aus der Ukraine.
"Ich finde es sehr gut, dass wir als Pfarre diese 'Woche des Flüchtlings' bei uns gemacht haben", betonte Pfarrer Christian Maresch am Ende der Woche. "Wir knüpfen an die Hilfstradition an – diesmal nicht nur durch konkrete Sachhilfe, sondern durch Bewusstseinsbildung, Begegnung und kulturelle Auseinandersetzung", so der Pfarrer.









