"Das Leben besteht aus Regeln, das wissen wir und da stimmen wir auch zu. Es ist ähnlich wie beim Fußballspielen, da gibt es ganz genaue Regeln, ja sogar ein eigenes Regelbuch mit 164 Seiten wurde in Deutschland herausgegeben", so der Pfarrer in seiner Predigt am Faschingssonntag, 15. Februar 2025, in der Pfarrkirche St. Laurenz.
Das Evangelium des 6. Sonntages im Jahreskreis sei für den fröhlichen Faschingssonntag nicht besonders passend, aber es stimme bereits in die nachdenkliche Zeit der Vorbereitung auf Ostern, die Fastenzeit, ein, erklärt Pfarrer Maresch.
Regeln seien notwendig und haben eine große Bedeutung für das menschliche Zusammenleben: "Denken wir nur an die verschiedenen Lebensbereiche, in denen es ohne Regeln einfach nicht geht: Straßenverkehr - Steuerzahlungen - Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln, usw. Regeln geben unserem Leben Sicherheit, Planbarkeit und Ordnung. Das macht eine Gesellschaft erst möglich und bewahrt uns davor, im Chaos zu versinken", so Pfarrer Maresch.

Aber, so der Altsimmeringer Pfarrer, für ein gutes Zusammenleben brauche es viel mehr, das betone die christliche Botschaft. "Vor zwei Wochen das Evangelium von den Seligpreisungen (Mt 5,1–12a), oder das Evangelium vom Licht und vom Salz (Mt 5,13–16) und diesen Sonntag die Goldene Regel (Mt 5,17–37). Eine Gesellschaft, in der jeder nur das allernötigste tut, wird zum absoluten Albtraum für alle", so der Pfarrer. Seine Schlussfolgerung ist: "Damit eine Gesellschaft zur Gemeinschaft wird, braucht es viel mehr als Gesetze und Regeln. Erst Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Respekt, Engagement, Höflichkeit und Anstand füllen unser Leben", betont Pfarrer Maresch in seiner Predigt. Denn es sei nun einmal ein Unterschied, ob der Bäcker am frühen Morgen das Brot ohne Kommentar gibt oder mit einem Lächeln im Gesicht.
Gemeinschaft entstehe für viele Menschen erst dann, wenn sich viele Menschen auch ehrenamtlich engagieren. "Eines macht uns der christliche Glaube ganz deutlich: Jesus will nicht alle Gesetze abschaffen, aber es braucht für das Zusammenleben ein Herz und einen Geist im Sinne Gottes", betont er. Und er führt ein Beispiel an, denn die Aussage "Du sollst nicht töten" sei klar. "Aber bereits Wut und Zorn können eine tödliche Atmosphäre schaffen oder ein Klima der Angst erzeugen. Auch Wut, Eifersucht, Habgier, all das zerstört Gemeinschaft. Das Christentum will nicht alle Gesetze und Regeln abschaffen, aber es will diese Regeln mit Liebe füllen", so Pfarrer Maresch. Das mache das Christentum auch so anspruchsvoll, denn, um das zu erreichen, müsse sich die Haltung tief im Herzen verändern, denn christlicher Glaube sei immer eine Herzenssache. "Wenn wir ganz aus dem Glauben leben, dann wissen wir, wir sind nicht alleine, Gott ist an unsere Seite er geht mit uns durchs Leben und das gibt Zuversicht und Vertrauen und Kraft", ermutigt Pfarrer Christian Maresch seine Gemeinde voller Freude mit dem anspruchsvollen Evangelium in die beginnende Fastenzeit hinein zu gehen.






